Respect Diversity

Bei der EURO 2012 präsentiert die UEFA die Kampagne
Respect Diversity – Football  Unites  (Vielfalt achten – Fußball vereint)

Hintergrund und Anlass dafür sind die Ausbrüche von Gewalt gegenüber denen, die divers (verschieden, anders) sind und damit zur Zielscheibe negativer Emotionen, verbaler Attacken und gewalttätiger Aktionen werden.
Fußball hat für viele Menschen heute geradezu religiöse Qualitäten: Fan kommt von Fanatiker. Fanatische Fans sind wie im Rausch auf eine einzige Sache fokussiert: Der Sieg ihrer Mannschaft. Sie genießen diesen Rausch in der Masse. Sie sind eine Macht. Und manchmal sieht man sie auch mit Tränen in den Augen zum Himmel flehen, wenn die eigene Mannschaft im Rückstand steht.
Gott sei Dank: Die meisten Fans sind nicht so fanatisch. Sie wissen, dass es ein Spiel ist und bleibt.

Respect Diversity heißt, den, der anders ist, anders denkt, andere Ziele hat, genauso zu achten, wie man selbst geachtet werden möchte. Das gilt nicht nur für den Fußball. Es ist die Existenzgrundlage für das menschliche Leben schlechthin.
Menschliches Leben ist Zusammenleben.
Mehr noch: Menschliches Leben wird reicher, wenn das Zusammenleben besser gelingt.
Die Andersartigkeit des Anderen muss nicht als Infragestellung und Bedrohung der eigenen Identität empfunden werden. Sie kann als andere, neue, interessante, bereichernde Möglichkeit begriffen werden, wie man das Leben auch sehen und gestalten kann. So ist sie letztlich sogar eine Befreiung aus dem Gefängnis der eigenen Begrenztheit.
Wo einer den Anderen achtet wie sich selbst, wächst etwas, das beide vereint: Verständnis, Solidarität, Freundschaft, Liebe, Frieden – das alles ist möglich.

Respect Diversity setzt aber – so verstanden – auch einiges voraus:
Im Grunde geht es um eine Ökologie des menschlichen Zusammenlebens.
Nicht mein eigenes Ich ist der letzte Maßstab, sondern das Gelingen einer guten Gemeinschaft.
Ist das utopisch in einer Welt, in der sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint?
Nicht unbedingt, wenn wir noch besser begreifen lernen, dass ich mit dem Anderen reicher werden kann als ohne oder gegen ihn.
Es kommt entscheidend darauf an, dass viele Menschen diese Einsicht gewinnen, beherzigen und an andere auf einladende Art und Weise weitervermitteln.

(Nach-Frage:
Ist es nicht genau das, was die großen Religionen ihrem innersten Wesen nach anstreben?)

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