Ich will nicht

anderen zur Last fallen!

Diesen Grundsatz habe ich schon oft gehört.
Ältere Menschen oder chronisch Kranke äußern ihn oft.
Sie denken an ihre Angehörigen, vor allem die Kinder und Enkel, die doch heutzutage so schon genug zu tragen haben. Da können sie sich nicht auch noch um mich kümmern, mich womöglich pflegen!
Das würde sie überfordern, neben allem anderen!
Und außerdem möchte ich nicht gänzlich auf sie angewiesen und von ihnen abhängig sein!

Darin kommen wohlbegründete Ängste zum Ausdruck, die ernstgenommen werden müssen.

Und doch scheint es mir wichtig, gerade diesen Grundsatz zu hinterfragen.
Was sagt das über uns, wenn uns Einkommen und Karriere wichtiger sind als Mutter und Vater?
Kann nicht die zeitweise Pflege eines Menschen auch ein ganz großer Gewinn werden?

  • ein Gewinn an neuer Lebenserfahrung und persönlicher Kompetenz
  • ein Gewinn an ungeahnter menschlicher Nähe
  • ein Gewinn an Einsicht in die Endlichkeit unseres Lebens

Ich möchte allen, die nach dem Grundsatz leben, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, sagen:
Gerade als Last kannst du auch ein Segen für andere sein.
Gerade als Last kannst du anderen neue Möglichkeiten und Erfahrungen eröffnen.
Gerade als Last kannst du ihrem Leben ein neues Gewicht verleihen.
Gerade als Last bist du in besonderer Weise wertvoll.

Ich weiß sehr wohl, dass das im praktischen Leben nicht einfach ist und auf viele Widerstände stoßen wird. Die Frage ist nur, ob wir es uns nicht wert sind, trotzdem darüber nachzudenken?

4 thoughts on “Ich will nicht

  1. „Einer trage des andern Last“ … und wie wird man als Lastträger mit der BeLASTung fertig? Man mus aufpassen nicht selbst zur Last zu werden. Nachdenken, weiterdenken und die eigenen Ängste? Wegschließen?
    Wir Menschen haben alle Schwächen – so oder so, wie aber schach sein dürfen, wenn man unter mancher Last beinahe zusammenbricht?

    Meine Gedanken dazu.

    Ramona

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