Paris – 1. Das Thema FRAU

Bei, trotz und wegen aller feministischen Errungenschaften unserer Zeit bleibt Frau ein ewiges Thema des Schreibens. Auch wortverbindung.wordpress.com kommt, so heikel es auch sein mag, darum nicht herum. Mann muss sich den großen Themen des Lebens stellen!

Wenn es, oberflächlich betrachtet, manchmal scheinen mag, dass es nicht immer hundertprozentig gelingt, der selbstverständlich uneingeschränkt gebotenen correctness Rechnung zu tragen, so ist das wahrscheinlich der wunderlich gewundenen Erzählperspektive geschuldet.

Genug der geäußerten Vorbehalte! Machen wir fabula rasa und wagen uns trotz aller Unzulänglichkeiten und Befürchtungen auf dem Tugendpfad der klassischen Bildung an das Thema heran!

Der griechischen Sage nach warf einst Eris, die Göttin der Zwietracht, einen Apfel mit der Aufschrift Der Schönsten in die Runde ihrer Geschlechtsgenossinnen. Eigentlich hätte es Zeus zugestanden, eine Entscheidung zu fällen. Doch das mächtige männliche Oberhaupt drückte sich wohlweislich und delegierte die Angelegenheit an Paris, den Sohn des trojanischen Königs Priamos. Der junge Mann sollte es richten.

Hera, Athene und Aphrodite traten an ihn heran und lockten ihn mit dem, was sie zu bieten hatten. Macht, Weisheit oder Liebe waren ihre Versprechungen.
Paris votierte für Aphrodite.
Und was waren die Folgen dieser Entscheidung, die mit einem harmlosen Apfel begannen?
Wir wissen es alle: Aus dieser sündenfallähnlichen Apfelgeschichte entwickelte sich der Trojanische Krieg, der so viele edle Männer das Leben kostete. Wegen der Auswahl und Hervorhebung einer Frau!

Wer sich von Homer, dem blinden Sänger, nicht die Augen öffnen lässt, der droht den gleichen Weg des Verderbens zu beschreiten.
Darum: Hände weg von den Äpfeln, wenn es um Frauen geht!

Was aber tun? Unser Thema ist nun mal Frauen!
Man muss sich ihm anders stellen. Anders als Paris, der sich von Hera, Athene und Aphrodite vor die Entscheidung seines Lebens stellen ließ. Vordergründig ließen diese Frauen ihn entscheiden, indem sie ihm wie die Eva einst dem Adam den Apfel zuspielten, damit der ahnungslose Mann als potenter Handlungsträger erscheine, wohingegen er doch in Wahrheit nur eine Marionette ihres Intrigenspieles war und ihnen lediglich als Projektionswand ihrer Selbstbestätigung diente. Der urteilende Mann, der hier Geschichte zu machen schien, war genau besehen ein längst Verurteilter, der nur im Bann der Frauen einen Wahn auslebte, ausleben musste, den diese in ihm erzeugt hatten.

Hat sich also – das homerische Gelächter hallt noch heute von den Wänden der menschlichen Beschränktheit wider – hat sich also letzten Endes das Urteil des Paris als ein im Wortsinne vernichtendes Urteil göttlichen Zuschnitts über Paris und die Seinen erwiesen, gewebt aus dem verführerisch feinen Stoff weiblicher Eitelkeit und List, so bleibt uns heute, gestützt auf den reichen Schatz der empirisch akkumulierten Einsichten, nur der mühsame und dramatische Weg, nach anderen Ausgängen aus der Verstrickung in das ewige Thema Frau zu suchen.
Packen wir es an!

Fortsetzung folgt am 01.08.2012

2 thoughts on “Paris – 1. Das Thema FRAU

  1. gewebt aus dem verführerisch feinen Stoff weiblicher Eitelkeit und List,

    Jessas! Da möchte ich doch die Ethikkommission anrufen, mit der Bitte diese Passage streichen zu lassen … nur dem Weibe Eitelkeit und List zuzuschreiben ist nicht korrekt, mir ist schon manch eitler und durchaus auch listiger Herr begegnet.
    (Narziss … Narzissmus …)

    Ich empfehle Apfelmus und Vanillesoße … da wird das Schmeißen leicht beschwerlich.

    Angenehme Tage bis zum 01.08. und gute Gedanken,
    und auch sonst noch gute Wünsche.

    ;o)

    Mit einer Nektarine liebäugelnd,
    Ramona

  2. Die Ethikkommission hat zunächst den Vortrag des geäußerten Bedenkens für zulässig erklärt und beschlossen, eine Gewichtung vorzunehmen, bei der zuerst der Fortgang der fabula rasa und eventuelle weitere Stellungnahmen von anderen LeserInnnen abgewartet und einbezogen werden sollen.
    Von physischen Einwürfen aller Art bittet die Ethikkommission vorerst noch abzusehen.

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