4. Advent – Freut euch!

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Philipper 4,4-5)

Freude kann man doch nicht befehlen! Auch und gerade zu Weihnachten geht das nicht. Ja, es droht sogar gründlich schief zu gehen, wenn etwa die Mutter ihre ganze Familie auf Freude programmieren will, wenn riesige Erwartungen aufgebaut werden und alle bald genervt denken: Wenn es bloß erst vorbei wäre! Das ist der Stoff, aus dem manche moderne Weihnachtserzählungen und Spielfilme gemacht sind.

Weihnachten ist das Fest der Freude. Und genau deshalb ist es für viele auch ein schwieriges Fest.
Über Gott und die Welt meckern kann man mit vielen Menschen und dabei ein schnelles Einverständnis erzielen. Bei der Verabschiedung heißt es dann: Naja, mach’s mal trotzdem gut!
Mit der Freude ist das nicht so einfach, denn Freude ist etwas Zartes und Intimes. Sie rührt an etwas, wo wir ganz weich und verletzlich sind. Deshalb können sich bei echter Freude auch die Quellen öffnen, aus denen die Tränen fließen. Schmerz und Sehnsucht schwingen mit und finden in der tiefen Freude ihre Erlösung. Daran mag man nicht so ohne weiteres rühren. Erlittene Verletzungen und Enttäuschungen wirken lange nach.
Wo man diese Tiefe meiden will oder längst verdrängt und vergessen hat, wird auf Spaß gemacht. Die lustigen Musikanten stehen immer bereit.

Mit der Freude ist es wie mit unseren Wochensprüchen: Sie braucht einen Kontext, einen Raum, in dem sie sich ganz entfalten kann. Das Verstehen spielt dabei auch eine wichtige Rolle: Verstehen und sich verstanden fühlen.
Tiefe und dauerhafte Freude hängt deshalb auch nicht an den Dingen, die wir uns morgen schenken. Sie kann nur bei uns einziehen, wenn der zum Himmel stinkende Haufen aus verdorbenen Begegnungen, Kränkungen und Befürchtungen weggeräumt, wenn die Seele für das große Fest bereitet wird und die Ichmagdichtrotzdem-Worte wieder einen Weg in die Herzen finden können. Dazu braucht es starke, mutige und sensible Kräfte – wie diesen Herrn und Knecht, dieses Kind, von dem der christliche Glaube weiß und erzählt.

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