Der Engel am Heiligen Vorabend

Der Weihnachtsengel übt noch seine Rolle.
Er kennt die Worte; doch sie sind ihm schwer.
Das Haus ist kalt, die Bänke vor ihm leer.
Die Anderen genießen jetzt schon Stolle.

Laut, fast schon schreiend sagt er an die Freude,
die allen morgen widerfahren soll.
Und irgendwie ist ihm dabei nicht wohl:
Er weiß doch, wie sie denken, seine Leute.

Sie hören gerne süße Engelsstimmen
und zögen liebend gern ihm Flügel an.
Bei dem Gedanken fühlt er sich ergrimmen.

Oh Gott, was ist das für ein Weihnachtswahn? –
Willst du, dass dich die Menschen morgen hören,
musst deinen Engel du zuerst bekehren!

Dieser Beitrag wurde unter Sonette veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s