Jubilate – In-Sein

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5, 17

To be or not to be, ist die berühmte Frage, die Shakespeare Anfang des 17. Jahrhunderts seinen Hamlet stellen ließ.
In sein oder out sein ist heute die Frage von offensichtlich entscheidender Bedeutung. Wer out ist, ist weg vom Fenster, ist unten durch, längst abgeschrieben oder nur noch als Lachnummer präsent. Wer in ist wird gehypt und geliked, ist begehrt und verkauft sich gut.

Das ist nichts Neues, sondern ein im Großen wie im Kleinen nahezu immer und überall funktionierendes Prinzip unseres Lebens. Wir sind nicht einfach, was wir sind, sondern immer mehr oder weniger in oder out.
Weil das so wichtig zu sein scheint, muss die Frage gestellt werden: Wo sind wir eigentlich, wenn wir in sind? Offensichtlich weniger bei uns selbst als vielmehr auf einer Art Bühne, in einem besonderen Kraftfeld vieler anderer Menschen, in einem Sympathieraum, der uns gleichzeitig trägt und verändert, aber auch hohe Anforderungen an uns stellt, weil wir selbst als Erwartungs- und Hoffnungsträger für diese anderen erscheinen.
Beim Spitzenfußball wird besonders deutlich, was das bedeutet: Wenn der Trainer, mit dem so viele Erwartungen und Hoffnungen verknüpft werden, nicht die entsprechenden Ergebnisse bringt, sondern seine Mannschaft eine Reihe von Niederlagen einstecken muss, dann ist er nicht mehr in, sondern wird gefeuert.
In-sein heißt nicht, ein schönes und bequemes Leben haben. Es ist mit Höhen und Tiefen verbunden und verlangt uns in beiden Richtungen sehr viel ab.

Ähnlich und doch ganz anders ist es mit dem In-Christus-Sein, von dem der Apostel Paulus öfter spricht. Wer in Christus ist, befindet sich ebenfalls in einem besonderen Raum. Dieser Raum ist geistiger Art und wird von der Person Jesu Christi, von seinen Worten und seinem Leben bestimmt. Wer in Christus ist, genießt nicht nur kurzfristige Sympathie, sondern erfährt eine dauerhafte Annahme und Geborgenheit von dem, der sagt: Bleibt in mir und ich in euch (Joh 15,4). Wer in Christus ist, steht nicht vor trüben Aussichten, sondern sieht mit den Augen der Liebe. Wer in Christus ist, braucht keinen besonderen äußeren Ort und keine Statussymbole, um seiner eigenen Bedeutung gewiss zu werden. Er kann überall aus dem Vollen der Liebe schöpfen, die ihn selbst in diesem besonderen spirituellen Lebensraum umgibt. Wer in Christus ist, ist nicht mehr auf sich allein gestellt, sondern steht in ständiger Verbindung mit dem Vater des Lebens. Das ändert alles. Alles kann dem, der in Christus ist, zum Segen werden, auch das Leid, das unser Leben immer wieder durchzieht.
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

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