[frɔm]

Das Wort „fromm“ klingt sehr religious, nicht wahr?
So lautet auch die erste Übersetzung im englischen Wörterbuch.

Aber was für einen Sinne kann es haben, wenn von ganz offizieller Seite – nämlich im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 495 – von Gott höchstselbst gesagt und gesungen wird: „O Gott, du frommer Gott“?
Ist Gott selbst etwa auch fromm??

Das Rätsel löst sich, wenn wir einen Blick auf die Jahreszahl werfen: Johann Heermann hat diesen Text 1630 verfasst.
Zu dieser Zeit gab es viele fromme Knechte und Mägde und – man höre und staune! – sogar fromme Pferde!

Fromm hatte vor allem die Bedeutung von „tüchtig“!
Nun wird auch das Lied verständlich: Wer wollte etwa bestreiten, dass der Schöpfer aller Dinge tüchtig ist? So töricht kann ein Mensch nicht sein, wo er doch mit seinem eigen Leib und Leben bis auf Wi(e)derruf selbst der lebendige Gegenbeweis ist.

Und weil wir gerade bei tüchtig sind: Tüchtig ist, wer etwas taugt und etwas leisten kann – auf neudeutsch also: wer effizient ist.

Womit aufgewiesen wäre, dass die frömmsten Menschen zugleich auch die effizientesten sind.
Leider wissen das heute nur noch sehr wenige.
Aber das letzte Wort ist ja noch nicht gesprochen!

 

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