Grundsätze

Grundsätze sind das Gegenteil von Blablabla.
Grundsätze sind Sätze von großem Gewicht.
Grundsätze sagen, worauf es dem Sprecher ankommt.
Grundsätze begründen Entscheidungen und Handlungen.
Grundsätze müssen nicht wahr sein.
Grundsätze können auch verborgen bleiben.
Grundsätze sind besonders aufmerksam zu betrachten.

Es ist zu vermuten, dass jeder Wortverbindung ein Grundsatz zugrunde liegt.

Hier haben sie ihren Platz.

5 thoughts on “Grundsätze

  1. Dann ist doch der Satz: „Ich möchte anderen nicht zur Last fallen.“ kein Grundsatz, sondern eine persönliche Meinung. Oder?

  2. Liebe Elke,

    Grundsätze sagen, worauf es dem Specher ankommt.
    Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt, die für den, der sie hat, zum Grund-Satz geworden ist.
    „Objektive“ Grundsätze gibt es nicht, denn jeder Satz, und mag er noch so gewichtig sein, setzt einen voraus, der ihn sagt. Damit ist immer eine subjektive Perspektive und ein bestimmtes Interesse verbunden. Nur wird das manchmal verschleiert, um diesen „Grund-Sätzen“ ein höheres Gewicht zu verleihen.
    Ein Beispiel sind die weltanschaulichen und politischen Grundsätze, die wir in der DDR „genossen“ haben. Sie kamen mit dem Anspruch daher: „Die Lehre von Karl Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist.“

    Ich verwende das Wort „Grundsätze“ also in einem pointierten Sinn: Es sind wichtige, grundlegende Sätze, mit denen sich einzelne Menschen oder Gruppen einen Grund für ihr Denken und Handeln geben. Dabei gehen sie gern davon aus, dass es so sein muss. Das Leben erweist aber oft, dass es keineswegs so sein muss, sondern auch ganz anders sein kann.
    Es ist wohl manchmal erschütternd und befreiend zugleich, wenn man seine Grundsätze in Frage gestellt sieht.

  3. Lieber Heinz,

    ich habe bei Wikipedia nachgeschaut, was die über Grundsätze schreiben.
    Die machen ja Unterschiede bei Grundsätzen in den einzelnen Bereichen.
    Z. B. bei der Juristerei oder in der Wissenschaft.

    Trotzdem verstehe ich das nicht. Es muss doch „objektive“ Grundsätze geben.
    Die 10 Gebote sind doch auch Grundsätze. Sind die vielleicht doch objektiv?
    Weil nicht menschlich, sondern gottgleich?

    • Liebe Elke,

      wir reden hier aneinander vorbei. Du scheinst von dem landläufigen Verständnis des Wortes „Grundsätze“ auszugehen. Da schwingt immer im Hintergrund das Attribut „unumstößlich“ mit.

      Wie schon gesagt, verwende ich das Wort „Grundsätze“ in einem pointierten Sinn, der aber zugleich der Wortsinn ist: Sätze, die einen Grund legen, auf den Gedankengebäude und Lebenseinstellungen aufgebaut werden.

      Sie beanspruchen Geltung und werden mitunter massiv verbreitet oder verteidigt. Sie sprechen eine fundamentale Einsicht oder Überzeugung aus. Sie sind aber stets daran gebunden, dass jemand diesen Grund gesetzt hat. Und wenn er damit den Anspruch verbindet, Gültiges für alle zu sagen, dann muss er auch zu einer Überprüfung bereit sein.

      Auch die Zehn Gebote machen da keine Ausnahme: Sie müssen angeeignet und auf die jeweilige Lebenssituation angewendet werden.
      Beispiel: 5. Du sollst nicht töten! – Was auf den ersten Blick so klar erscheint, kann im Einzelfall sehr umstritten sein (Stichworte: Abtreibung, Sterbehilfe, Geiselbefreiung). Sie sind nicht „gottgleich“, wie Du schreibst, gelten aber bei den Glaubenden als Gottes Wort. Worte aber können angenommen, reflektiert, modifiziert oder auch zurückgewiesen werden. Das liegt in der Entscheidung eines jeden einzelnen Menschen…

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